Berlin und Speyer – zwei Städte, denen Helmut Kohl auf besondere Weise verbunden war. Auf seinen Spuren erkundeten zwei Leistungskurse des Speyrer Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums vor wenigen Tagen die Mitte Berlins. Da die Schüler in ihren Leistungskursen gerade den „Kalten Krieg“ behandeln, bot sich unsere historische Stadtführung als Ergänzung und Vertiefung des oft theoretisch scheinenden Lehrstoffs an. Unser Jugendbildungsreferent Benjamin Haase führte die 40 Jugendlichen aus Rheinland-Pfalz zu sechs Originalschauplätzen, die von der wechselvollen und spannenden Geschichte Berlins erzählen.
Der Auftakt fand am Grundgesetz-Denkmal nur wenige Schritte von unserem Besucherraum in der Wilhelmstraße statt. Vor den markanten Glastafeln mit den eingravierten Artikeln vertiefte sich die Gruppe in eine angeregte Diskussion über die Bedeutung der Grundrechte für das heutige Zusammenleben. Über den Friedrich-Ebert-Platz, der einen Panoramablick auf die Parlaments- und Regierungsbauten bietet, die heute als „Band des Bundes“ die früher durch die Mauer getrennten Stadthälften symbolisch verbinden, ging es weiter zum Bundeskanzleramt, dessen Bau noch von Helmut Kohl initiiert wurde.
Die Gruppe setzte ihren Weg über den Platz der Republik fort und erreichte die Weißen Kreuze an der Südseite des Reichstags. Dort befassten sich die Jugendlichen mit den Schicksalen jener Menschen, die bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer starben. Die Tour endete schließlich am Brandenburger Tor – Zeit für das Gruppenfoto!. Lange ein Zeichen der Trennung, verwandelte sich das Tor nach dem Mauerfall – ganz im Sinne Helmut Kohls – in ein Zeichen Symbol der deutschen Einheit und des zusammenwachsenden Europa.
Benjamin Haase ergänzte seine Erzählungen mit vielen historischen Aufnahmen. Das regte zu Fragen und Kommentaren an: In intensiven Debatten hinterfragten die Schüler auch die Bedeutung „längst vergangener“ Ereignisse für unsere heutige Gesellschaft und gewannen so einen direkten Bezug zu Geschehnissen, die ihnen zeitlich fern liegen.
Wir haben uns sehr über den Besuch aus Speyer gefreut. Die Stadt war prägend für Helmut Kohl: Vom Dombesuch als Kind über die Evakuierung im Krieg bis hin zu Staatsbesuchen als Kanzler, um Deutschlands europäische Wurzeln zu zeigen. 2017 fand er auf dem Friedhof des Domkapitels seine letzte Ruhe.