Die geplante Ausstellung Unter den Linden

Die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung bereitet in Berlin eine Dauerausstellung vor, um an das politische Wirken und die Lebensleistung von Helmut Kohl als „Kanzler der Einheit“ und maßgeblichem Akteur der europäischen Einigung zu erinnern. Die Ausstellung wird am Beispiel von Kohls sechzehnjähriger Regierungszeit (1982-1998) auch Wesen und Wert der liberalen parlamentarischen Demokratie und die Entwicklung des modernen Medienzeitalters in den 1980er und 1990er Jahren thematisieren. Die Ausstellung wird im Otto-Wels-Haus Unter den Linden 50 untergebracht, einer Liegenschaft des Deutschen Bundestages. Erdgeschoss, Untergeschoss und erster Stock des Gebäudes werden deshalb zurzeit saniert.

Das Otto-Wels Haus

Das Otto-Wels-Haus wurde in den 1960-er Jahren von den Architekten Emil Leibold, Herbert Boos und Hanno Walther entworfen. In der DDR-Zeit beherbergte es das Ministerium für Innerdeutschen Handel, Außenhandel und Materialversorgung. Im Jahr 2017 widmete der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert nach einem Beschluss des Ältestenrates der Deutschen Bundestages das Haus dem Reichstagsabgeordneten Otto Wels in Erinnerung daran, dass sich der Sozialdemokrat im Jahr 1933 den Nationalsozialisten mutig entgegengestellt hatte. Otto Wels stritt im Reichstag für die Weimarer Demokratie und gegen das sogenannte Ermächtigungsgesetz; seine Worte „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“ gingen in die deutsche Geschichte ein.