Kurz vor dem Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar, der jährlich zum Jubiläum des Élysée-Vertrags gefeiert wird, besuchte unser Jugendbildungsreferent Benjamin Haase das Französische Gymnasium Berlin und sprach mit Schülerinnen und Schülern über die Geschichte beider Länder. Rund 50 Jugendliche aus verschiedenen Klassenstufen hielten multimedial Rückschau auf die deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 und besprachen im Anschluss die aktuellen Entwicklungen in Frankreich und Deutschland. Diesen zusammenfassenden Bericht haben anschließend Clara Gräfin von Preysing und Elisabeth Kaeble aus der Klasse 7D verfasst:
Das Projekt „Hand in Hand für Europa“ wurde am 13. Januar an unserer Schule, dem Französischen Gymnasium Berlin, von der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung für drei Klassen veranstaltet. In diesem Projekt geht es darum, der Freund- und Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich im Rahmen des Jubiläums der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags zu gedenken. An dieser Freundschaft und an der deutschen Wiedervereinigung arbeitete Helmut Kohl, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war. Herr Benjamin Haase und Herr Shayan Hashemian, beide Mitarbeiter der Stiftung, haben den Abibac-Klassen 10A und 11A sowie dem Grundkurs von Frau Luchtmeier zu diesen Themen eine interessante PowerPoint-Präsentation mit Bildern und Videomaterial gezeigt.
Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch beide Schulleitungen. Dann begann die Präsentation, die auch einige Fragen an das Publikum beinhaltete.
Nach den Konflikten des 19. Jahrhunderts und der zwei Weltkriegen fing die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern jedoch nicht direkt mit Helmut Kohl an, sondern mit dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer, der mit dem französischen Staatspräsidenten, Charles de Gaulle zusammenarbeitete. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten sie den Elysée-Vertrag, einen Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich, der regelmäßige Treffen zwischen beiden Regierungen und z.B. die Schaffung eines Deutsch-Französischen Jugendwerks vorsah.
Doch die Zusammenarbeit wurden von vielen weitergeführt, in den 1970er Jahren von Willy Brandt und Georges Pompidou, der eine ebenfalls Bundeskanzler, der andere französischer Staatspräsident, aber auch von Giscard d´Estaing und Helmut Schmidt. Am 10. Mai 1981 wurde Francois Mitterrand zum französischen Staatspräsidenten gewählt, zur selben Zeit war Helmut Kohl Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Damit fing eine große Freundschaft zwischen den beiden an, die die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal maßgeblich prägte. Diese Versöhnung haben beide Politiker am 22. September 1984 in Verdun durch den berühmten „Handschlag“ besiegelt.
Ein wichtiger Schritt war auch die Regierungserklärung vom 13.10.1982, in der Kohl die Idee eines vereinten Europas vorstellte. Die deutsch-französische Freundschaft trug maßgeblich zur Gründung der Europäischen Union und zur Einführung des Euros bei.
Am Ende der 90-minütigen Präsentation wurden Fotos der Schüler der drei Klassen vor der Flagge beider Länder gemacht.