Partners in leadership

Gastvortrag bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington, D.C.

Die deutsche Wiedervereinigung vor 35 Jahren war nur mit Hilfe der USA möglich. Eine Grundlage dafür war das Vertrauensverhältnis von Bundeskanzler Helmut Kohl zu den Präsidenten Ronald Reagan, George H. W. Bush und Bill Clinton. Die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung bot bei einem KAS USA Event einen multi-medialen Rückblick auf die transatlantischen Beziehungen in der Ära Kohl, wobei auch bisher weniger beleuchtete Aspekte seiner Regierungszeit zur Sprache kamen.

Viele Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Junior-Mitarbeitende der anderen deutschen Stiftungen und Institute in Washington wie der Friedrich-Naumann-Stiftung, des American-German Institute, dem BMW Center for German and European Studies und dem German Marshall Fund of the United States waren unserer Einladung gefolgt.

Dr. Hardy Ostry, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington D.C., hob in seiner Eröffnung angesichts der aktuellen Herausforderungen für das transatlantische Bündnis die enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit in den 1980er und 90er Jahren hervor und betonte, dass sich Helmut Kohl der Bedeutung der Vereinigten Staaten für die Sicherheit der Bundesrepublik stets bewusst war. Der Bundeskanzler habe ein belastbares Vertrauensverhältnis zu den Präsidenten Ronald Reagan, George H. W. Bush und Bill Clinton aufgebaut.

Die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch bisher weniger beleuchtete Aspekte der Regierungszeit der Koalition aus Union und FDP zur Sprache zu bringen. Benjamin Haase, Referent für Jugendbildung der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, nahm die Zuhörer beim KAS USA Event mit in die Entstehung bekannter historischer Bilder, Reden oder Entscheidungen im Rahmen der transatlantischen Zusammenarbeit in jenen Jahren.

Nach dem Vortrag ging es in den Austausch: Inwieweit ist das von George Bush 1989 formulierte transatlantische Bündnis „partner in leadership“ weiterhin gültig und wird es in Zukunft Bestand haben? Wie war die Rollenverteilung von Kanzleramt und Auswärtigem Amt in der Regierungszeit Helmut Kohls? Inwieweit hat Angela Merkel in ihrer Zeit als Bundeskanzlerin das Erbe Helmut Kohls in den deutsch-amerikanischen Beziehungen fortgesetzt und geprägt? Auch die Aufbauarbeit der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung interessierte die Gäste, die sich auch nach der geplanten Ausstellung in Berlin-Mitte erkundigten. Besonders bewegte die Studierenden im Publikum, welche Rolle in den diplomatischen Bemühungen Helmut Kohls der Faktor Persönlichkeit ausmachte, der in der Regierungsforschung oft eine untergeordnete Rolle spielt. Ein Austausch über Herkunft und Hintergrund seiner Gesprächspartner war für Helmut Kohl auch in diplomatischen und politischen Beziehungen zentral. Vor allem im Prozess der Wiedervereinigung 1989/90 zahlte sich aus, dass Kohl zuvor über Jahre konsequent persönliche Freundschaften mit wichtigen Partnern aufgebaut hatte. Auf deren Unterstützung konnte er sich in entscheidenden Momenten verlassen.

Im Anschluss an die Diskussion in der KAS bot eine Happy Hour Gelegenheit zum Netzwerken und zum vertieften Austausch.